Review: Ersguterjunge Sampler 3

Um ein weiteres Lebenszeichen von uns zu geben, gibt es nun wieder einen neuen Beitrag. Dieses Mal widmen wir uns auf dieser Seite zum ersten Mal der Musik. Dabei möchte ich euch den 3.Sampler vom Label des Rüppelrapper Bushido etwas hernehmen. Eher entäuscht war ich von den beiden Vorgängern. Lohnt sich deshalb der Kauf des 3.Samplers?

Also gleich vorweg: Ich habe die Erwartungen für den Sampler nicht zu hoch geschraubt. Anders als bei Aggro-Ansagen haben mich die Vorgänger eher enttäuscht. So hätte ich dem 1.Sampler noch 5 von 10 Quadatsches gegeben, während sich der Nachfolger meinesachtens nur noch 3 verdient hätte. Ich habe mir also durchaus erfürchtet, dass man den schlechten 2.Sampler mit dem 3.Teil auf ein Neues unterbieten würde. Dann hörte ich mir den Sampler erstmals an und hey, meine ersten Eindrücke waren durchweg positiv. An dieser Stelle sollte ich allerdings erwähnen, dass ich mir größtenteils die Songs anhörte, auf welchen „Boss“ Bushido vertreten war. Ihn sehe ich zwar noch als größtes Talent von ersguterjunge an, aber auf den vorherigen Sampler schaffte er es kaum, mich von seinem Können zu überzeugen. Parallel ging es auch bei seinen Solo-Alben stets bergarb, auch wenn ich „Von der Skyline zum Bordstein zurück“ als kleines Auf ansah. Beim 3.Sampler war ich dann allerdings wieder von Bushido begeistert. Selbst wenn viele Kritiker behaupten, dass es ihm bei seinen Texten mittlerweile an Kreativität fehlt, macht er seinen Job dieses Mal gut, wenn man mich fragt. Seine Texte stechen heraus und er bringt manche humorvolle Äußerungen, bei welchen auch seine früheren Kollegen von Aggro Berlin ihre Fett abkriegen. Absoluter Favorit:
Du Aborigines, verpiss dich wie Winnetou!
Ich hab‘ gehört, Fler seine Text schreibt Jimi Blue.

Auf fast jedem seiner Features teilt Bushido an Aggro aus. Seitens Fler, der am meisten zum Opfer von Disses wird, dürfte man vielleicht noch ein paar Antworten auf seinem kommenden Album erhalten, aber größtenteils hat er bereits in einem eigenen Disstrack noch vor Sampler-Release seine Meinung kund gegeben, vermutlich weil er gerade das erwartete. Dann gab es ja auch noch Furore mit Messerstecherei, Video-Boykott und haste nicht gesehen… Das soll jedoch jetzt nichts zur Sache tun und nebenbei wurde der Boykott von MTV und Viva, keine Videoclips von ersguterjunge-Acts zu spielen, mittlerweile wieder aufgehoben. Also zurück zum Sampler: Bushido zeigt sich auf dem Sampler von seiner besten Seite und zieht die Bewertung schonmal nach oben. Seine Label-Kollegen bringen auch beinahe solide ihr Können ans Licht. Saad erhöht die Vorfreude auf sein anstehendes Album „Der Pate“ und zeigt in „Doppelkopf Anaconda“, dass er wie geboren als Rap-Partner für Bushido erscheint. Der Track weist auch darauf hin, dass es, auch wenn es mittlerweile ruhiger um den Bremer geworden ist, keine Befürchtungen geben muss, keine Streiterein zwischen den Zweien gibt. Zuletzt ließ sich nämlich Bushido mehr mit Kay-One blicken, womit wir uns gleich die Newcomer vorknüpfen können. In seinem Solotrack „New Kid on the Block“ präsentiert sich Kay genauso, wie ihn seine Fans erwarten – mit aussagekräftigen Lines und gekonntem Flow. Bei der Single zum Sampler durfe er bereits auf sich aufmerksam machen und erwies sich als besserer 3.Mann als Eko Fresh, der bei „Vendetta“ noch herumposaunte wie „sehr fresh, sehr fresh“ er sei. Auch der andere Newcomer namens Summer Cem tritt beim Sampler mehr zum Vorschein. Er fand positives Feedback, sehen den Track „Attentat“ als Sampler-Favoriten an, aber mich persönlich konnte er nicht beeindrucken. Denn ich weiß, dass er noch mehr kann. D-Bo, Nyze und Bizzy Montana werden zwar nicht unbedingt am meisten gepusht, aber mit ihren Anteilen rufen sie eine durchaus akzeptable Form auf. Von Chakuza hätte ich durchdachtere Texte erwartet. Er bringt zwar auch noch tighte Rhymes auf die Reihe, hob sich aber auch schon deutlicher zuvor. Dennoch kann man seine Parts hinnehmen. Ganz anders sieht es bei unserem Kollegen Freezy aus. Nach seinen Parts auf dem Sampler wundert es mich ehrlich gesagt nicht, dass sein Album „Ekavelli“ nur auf Platz 100 einstieg. Zwar nervte er dieses Mal nicht so deutlich wie mit „Der König persönlich“ auf dem 1.Sampler „Nemesis“, aber er liefert erneut den meinesachtens schlechtesten Track des Samplers ab: „Branx Genie“! In dem Song verstellt er seine Stimmlage und will die anderen ersguterjunge-Künstler rappend immitieren. Von den Lyrics übernahm er typische Eigenschaften, aber die Immitationen sind alles andere als gut, einzige Ausnahme ist seine Saad-Parodie. Eko toppt das ganze dann noch mit einer untalentierten Hook. Auch wenn ich hier zuvor bereits viel Positives textete, muss ich sagen, dass der Sampler von einem Meisterwerk doch noch ein weites Stück entfernt ist. Die Beats sind zwar nicht mehr so monoton wie zuvor, doch auch nicht durchweg hervorragend. Hier und da hätte mehr sein können, aber so verdient sich der Sampler von mir gerade mal 6 von 10 Quadatsches.

Damit sehe ich den 3.Sampler immerhin als Besten der Drei an, wenn auch noch dieser ausbaufähig wirkt.

2 Antworten zu Review: Ersguterjunge Sampler 3

  1. Romeo Bolden sagt:

    You have done it again! Amazing read!

  2. Glenna Booth sagt:

    You’ve done it once more! Amazing post!

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